El Ejido

Das Plastikmeer von El Ejido bleibt trotz gravierender Umweltprobleme das Zentrum der industriellen Gemüseproduktion und setzt weiterhin auf die schonungslose Ausbeutung schutzloser Menschen. Die Arbeitsbedingungen sind so schlecht, dass selbst in Krisen kaum Spanier_innen unter Plastik arbeiten wollen. Diejenigen, die sich als Tagelöhner in den Tunnels verdingen müssen, sind häufig Geflüchtete und Sans-Papiers. Doch es wartet keine Gastfreundschaft auf sie, sondern vielmehr moderne Sklaverei. Tausende arbeiten für einen Hungerlohn in den Gemüsegewächshäusern im Plastikmeer von Almeria oder auf den Erdbeerfeldern in Huelva. Auch viele Menschen aus Osteuropa sind davon betroffen sowie die Ärmsten unter den SpanierInnen.

Die kleine andalusische LandarbeiterInnen-Gewerkschaft SOC-SAT setzt sich seit Jahren für die am meisten Benachteiligten ein – für Einheimische und MigrantInnen. Drei Anlaufstellen der SOC-SAT in Almeria, Nijar und El Ejido bieten juristische und menschliche Betreuung an. Diese werden momentan von Hilfesuchenden fast überrannt. Unsere Partnerorganisation kämpft mit einem Mehraufwand an Energie, Zeit und Geld, um Allen helfen zu können. Unsere Freundinnen und Freunde haben obendrein einen neuen Skandal aufgedeckt. Dank ihnen haben zehn Marokkanerinnen ihre Angst überwunden und ihre Vorgesetzten wegen sexueller Übergriffe angezeigt. Wenig später schlossen sich der Klage auch vier spanische Erdbeerpflückerinnen an. Viele Landarbeiterinnen werden von den Vorgesetzten sexuell bedrängt und danach eingeschüchtert. Was bisher verschwiegen wurde, bringen diese mutigen Frauen an die Öffentlichkeit. Ganz klar: Es handelt sich dabei nur um die Spitze eines Eisberges.

Wir wollen noch vielen anderen Frauen dabei helfen, Prozesse gegen ihre Peiniger zu führen. Nur so kann dieses Übel eingedämmt werden. Wir müssen die Mittel bereitstellen, damit die SOC-SAT diese wichtige Initiative ausweiten kann.

Wir danken Ihnen für Ihren Beitrag und Ihre Solidarität.

Für eine solidarische Landwirtschaft. Widerstand am Tellerrand

von Raymond Gétaz, 14.02.2020

Pressemitteilung vom Dienstag 11. Februar 2020

In Erinnerung an die gewalttätigen Ausschreitungen gegen marokkanische LandarbeiterInnen im Februar 2000 in El Ejido (Andalusien) fand am 7. und 8. Februar im Berner Kulturzentrum Progr die „Versammlung für eine solidarische Landwirtschaft – Widerstand am Tellerrand“ statt. Mehr als 200 Personen beteiligten sich daran,...

FRANCE: Rencontre de La Via Campesina

von Emile Loison, Membre de la commission femmes de la Via Campesina et porte-parole de la Confédération paysanne (13), 01.02.2020, Veröffentlicht in Archipel 289

Début décembre, une quinzaine de militant·es d’organisations membres de La Via Campesina et de collectifs et syndicats alliés se sont retrouvé·es dans les Bouches-du-Rhône, en France. Durant quelques jours illes ont échangé et lutté pour défendre les droits des travailleurs et travailleuses de la terre, déplacé·es, exploité·es, humilié·es et dont les droits ne sont pas...

Widerstand am Tellerrand!

von Raymond Gétaz, EBF, 09.12.2019, Veröffentlicht in Archipel 287

Was können wir gegen die weltweit fortschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft tun? Sie zerstört Natur und Umwelt, dereguliert das Klima und geht zu Lasten der Menschen, die in der ländlichen Welt arbeiten. Landflucht, Bauernsterben, der Verkauf von fruchtbarem Land an multinationale Konzerne, kurzum die Zerstörung der Grundlagen der Ernährungswirtschaft und die schamlose...

ANDALUSIEN: Streik im Gewächshaus

von Dorothea Hellenthal, Junge Welt, 10.09.2019, Veröffentlicht in Archipel 285

Seit Anfang September 2019 streiken Landarbeiter·innen in der andalusischen Gemüseproduktion, um gegen unmenschliche Bedingungen in den Gewächshäusern zu protestieren.1 Bei Redaktionsschluss war der Arbeitskampf noch nicht beendet.

Am frühen Montagmorgen des 9. September treffen sich 30 Arbeiter und Arbeiterinnen vor dem Tor einer eingezäunten Plastik-Gewächshauslandschaft in...

SÜDSPANIEN: Landbesetzungen in Andalusien

von Federico Pacheco, SOC-SAT, 06.08.2017, Veröffentlicht in Archipel 261

Die Besetzungen von zwei brachliegenden landwirtschaftlichen Betrieben, einer davon bereits Eigentum einer Bank, der andere noch im Besitz der öffentlichen Hand, aber in Privatisierung begriffen, geben dem andalusischen Beispiel von der Wiederaneignung unserer Lebensgrundlagen neuen Schwung.

Am 1. April 2017 organisierte die andalusische Gewerkschaft SOC-SAT ein Treffen in Jaén, um...

SPANIEN: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

von Inaki Mendialdua Pinedo, 06.09.2016, Veröffentlicht in Archipel 250

Angesichts der aktuellen Situation unserer Freund_innen der andalusischen Gewerkschaft SAT/SOC 1 in Somontes, fällt mir dieses alte Sprichwort La esperanza es lo último que se pierde! (Die Hoffnung stirbt zuletzt) ein. In der heutigen Zeit gibt es nur einige Orte und immer weniger Menschen, denen es möglich ist, die Hoffnung nicht sterben zu lassen.

Ich selbst fühle mich glücklich,...